KStA vom 26. Mai 2018

von Lars Heyltjes

Bergisch Gladbach. Sie sind durch tiefe Täler geschritten und erklommen am Ende doch noch den Gipfel. Die Handballerinnen der HSG Refrath/Hand steigen in die Verbandsliga auf, da sie die Auf- und Abwärtstouren gemeinsam durchlebten - wie es sich für ein Team gehört.

Dass der dritte Platz in der Landesliga reicht, um sich das Ticket für die nachsthöhere Liga zu sichern, liegt nicht an der Spielgemeinschaft, sondern an den begleitumständen. Nur weil der Dünnwalder TV viertklassig blieb, ergab sich die Chance.

Die packte das Team von Trainer Thomas Bäckmann beim Schopfe, allerdings erst nach vielen Wochen und einigen unnötigen Niederlagen. Die Rückrunde gehörte der HSG, die mit Erfolgen über die vor ihr Platzierten für Furore sorgte. Beim Tabellenführer und souveränen Aufsteiger TuS Königsdorf II (24:23) und gegen den Zweiten CVJM Oberwiehl (23:22) unterstrich die Truppe ihre beachtliche Form. Am letzten Spieltag gelang noch die Revanche für die 20:21-Niederlage gegen die HSG Euskirchen (20:19), bevor die Mannschaft ausgiebig feierte. "In den entscheidenen Begegnungen haben wir Willen gezeigt und verdient gewonnen. Dazu zähle ich das Final Four beim Kreispokal", sagt der Übungsleiter. Dort siegte seine Mannschaft im Halbfinale gegen die DJK Leverkusen (Verbandsliga) mit 26:15 und unterlag dem Regionalligisten Tus Königsdorf im Finale mit 20:25.

Der Couch hatte den Aufstieg schon vor der Saison im Blick. Doch einen solch steinigen Weg wollte er eigentlich gar nicht gehen. Zu viele Pleiten setzte es gegen Gegnerinnen aus dem unteren Tabellendrittel, die nicht annähernd das Potenzial der HSG aufwiesen. Stellvertretend für diese Aussetzer steht die 17:18-Pleite gegen den HSV Troisdorf, der als Vorletzter abstieg. In den folgenden sieben Spielen gab die Spielgemeinschaft keinen einzigen Punkt mehr ab.

Hätten sich die Bergischen diese Misserfolge erspart, wären sie wohl schon zu Beginn der Rückrunde als Meisterinnen aufgestiegen. "Die Spielerinnen haben sich weiterentwicklet, in diesem Jahr ist viel passiert", sagt Bäckmann. Er richtet den Blick nach vor und bläst bereits zur Attacke: "Anders kann ich nicht. Wir wollen so weit wie möglich oben landen, wenn auch das Primärziel Klassenerhalt lautet."

In drei bis fünf Wochen bittet er seinen Kader zum Start der Vorbereitung auf die Verbandsliga. Bald will die HSG Neuzugänge präsentieren und Testspiele gegen Regional-, Ober- und Landesligisten bestreiten.